Aus der Arbeit der Gesellschaft für Friedrichstädter Stadtgeschichte

Die Vorbereitungsarbeiten für ein Stadtjubiläum gaben die Veranlassung zur Gründung unserer Gesellschaft. 50 Personen traten spontan als Mitglied bei – heute füllen mehr als 500 Namen die Mitgliederliste der Gesellschaft, die als Rechtsform des eingetragenen Vereins geführt wird. Und seit diesem Gründungstag im Oktober 1970 wird eifrig und nach wie vor mit Erfolg in der Gesellschaft gearbeitet.

Nach der Satzung gehören die Pflege und Erhaltung des historischen Stadtbildes und die Förderung eines zu schaffenden Heimatmuseums neben der Erforschung der Stadtgeschichte zum Zweck der Gesellschaft.

Die Bemühungen um die Stadtbildpflege mündeten in Zusammenarbeit mit den städtischen Gremien schließlich zum Erlass einer umfassenden Ortsgestaltungs-Satzung. Eine informative Beschilderung der traditionsbeladenen Häuser bieten Ortsansässigen und Touristen kurze, prägnante Hinweise geschichtlicher Art.

Für ein Heimatmuseum legten die Mitglieder durch Stiftung von Gegenständen aller Art den Grundstein für das inzwischen im Wachsen begriffene Museum in der "Alten Münze".

Das Schwergewicht der Arbeit in der Gesellschaft für Friedrichstädter Stadtgeschichte liegt natürlich in der Erforschung der interessanten Geschichte unserer Stadt. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden in den jährlich zweimal erscheinenden Broschüren mit jeweils mehr als 100 Seiten veröffentlicht. Inzwischen sind 65 dieser Ausgaben unter dem Titel Mitteilungsblatt der Gesellschaft für Friedrichstädter Stadtgeschichte erschienen. Sie sind in erster Linie für unsere Mitglieder gedacht, können aber auch durch die öffentlichen Bibliotheken bezogen werden. Zwischen den beiden Erscheinungstagen der Broschüren hält die ebenfalls zweimal jährlich erscheinende „Friedrichstädter Zeitung“ die Verbindung zwischen Vorstand und Mitgliedern mit Hinweisen auf Forschungs- und Arbeitsergebnisse, auf Vortrags- und anderer Veranstaltungen aufrecht.

Die Geschichte unserer von Glaubensflüchtlingen gegründeten Stadt ist geprägt durch das tolerante Zusammenleben verschiedener Religionsgemeinschaften, wie Remonstranten, Mennoniten, Lutheraner, Katholiken, Quäker, Juden, um nur die wichtigsten zu nennen. Aus ihrer Mitte – nicht aus Parteien oder wirtschaftlichen Vereinigungen – wurden einst nach dem Stadtrecht tatkräftige Männer in den Rat der Stadt entsandt. Interessant sind dabei die wirtschaftlichen Beziehungen mit den Niederlanden und den nordischen Ländern. Gestört wurde das friedliche Zusammenleben in den vergangenen Jahrhunderten durch manche kriegerische Ereignisse, angefangen von den Quälereien und Erpressungen im Dreißigjährigen Krieg bis zur Bombardierung der Stadt in den Auseinandersetzungen zwischen Schleswig-Holsteinern und Dänen im Jahr 1850, der leider auch das Stadtarchiv zum Opfer gefallen ist. Dennoch verfügen wir heute nicht zuletzt durch die intensive Arbeit unserer Gesellschaft über ein gut sortiertes Stadtarchiv. Zusammen mit den Archiven der Kirchengemeinden und dem durch uns eingerichteten umfangreichen Archiv der bis zur NS-Zeit bestehenden israelitischen Gemeinde über ein beachtliches Material für wissenschaftliche Auswertungen. Mehrere Examensarbeiten und Dissertationen durften wir begleiten.

Der Beitritt zu unserer Gesellschaft steht jedem Bürger frei, auch wenn er nicht forschen, sondern nur in den Veröffentlichungen lesen möchte.